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Public Cloud oder Greenfield? Erst das eigene System kennen

· Conjola

Public Cloud oder Private Cloud? Greenfield oder Brownfield? Kaum eine Frage wird im SAP-Umfeld leidenschaftlicher diskutiert — und kaum eine so oft auf der falschen Grundlage. Denn während über Zielarchitekturen gestritten wird, können die meisten Organisationen drei einfache Fragen über ihr heutiges System nicht beantworten.

Dabei gilt: Die Qualität einer Zielentscheidung ist begrenzt durch die Qualität des Ist-Bilds, auf dem sie steht.

Die drei Fragen, die Ihre Zielarchitektur entscheiden

  1. Was nutzen Sie wirklich? Nicht, was lizenziert oder implementiert ist — sondern welche Features im Tagesgeschäft tatsächlich Belege erzeugen. Der Unterschied ist regelmäßig dramatisch: Ein erheblicher Teil dessen, was migriert werden „muss”, wird schlicht nicht genutzt.
  2. Wie weit sind Ihre Prozesse vom Standard entfernt? Und zwar die realen Prozesse aus den Belegflüssen — nicht die aus dem Handbuch. Manche Abweichung ist eine Gewohnheit, die sich ändern lässt; manche ist eine harte fachliche Anforderung. Für die Cloud-Frage ist genau diese Unterscheidung entscheidend.
  3. Was tun Ihre Eigenentwicklungen — und braucht sie noch jemand? Jedes Z-Programm ist im Fit-to-Standard-Modell eine potenzielle Hürde. Aber nur, wenn es überhaupt noch läuft. Ungenutzter Custom Code ist kein Migrationsproblem, sondern eine Streichliste.

Wie eine belastbare Dokumentation aussieht

Aus diesen Fragen ergibt sich, was die Dokumentation leisten muss — und zwar verknüpft, nicht als drei getrennte Listen:

  • Eine Feature-Ebene, die Implementiertes von Genutztem trennt und Standard von Eigenentwicklung unterscheidet.
  • Eine Prozess-Ebene aus den echten Belegflüssen, mit Varianten und Volumina — damit sichtbar wird, welche Abweichung Gewicht hat und welche eine Randnotiz ist.
  • Ein Custom-Code-Inventar, das jede Eigenentwicklung mit ihrer Nutzung und ihrem fachlichen Kontext verbindet.

Der rote Faden ist die Nutzung. Erst sie macht aus Inventaren Entscheidungsgrundlagen: Was nicht genutzt wird, muss weder in die Public Cloud passen noch ins Greenfield mitgenommen werden.

Von der Dokumentation zur Entscheidung

Mit diesem Bild werden beide Zielrichtungen konkret bewertbar — mit derselben Faktenbasis, aber unterschiedlichen Fragen:

Public Cloud ist ein Fit-to-Standard-Modell. Die Frage lautet: Wie viel Ihrer realen Nutzung deckt der Standard-Scope ab? Das lässt sich Feature für Feature messen — als Fit-Quote über die Landschaft und als priorisierte Liste der Lücken, inklusive der kritischen Fälle ohne Standard-Pfad.

Private Cloud Greenfield stellt die umgekehrte Frage: Was nehmen Sie bewusst mit — und was lassen Sie zurück? Auch hier entscheidet das Ist-Bild: Prozesse mit hohem Volumen und echter Differenzierung verdienen einen Platz im Zielbild. Ungenutzte Individualisierung wird nicht nachgebaut, sondern verabschiedet — der eigentliche Hebel, mit dem ein Greenfield „clean” bleibt.

Nicht die Cloud-Edition ist die Entscheidung. Die Entscheidung ist, was Sie mitnehmen — und dafür müssen Sie wissen, was Sie haben.

Wer diese Hausaufgabe macht, führt die RISE-oder-GROW-Debatte plötzlich sehr viel kürzer: Ein System mit hoher Fit-Quote und wenig echter Differenzierung spricht für den Standard-Pfad. Ein System, dessen Differenzierung nachweislich genutzt wird und Wert schafft, rechtfertigt den größeren Gestaltungsspielraum. Beides sind dann keine Glaubensfragen mehr.


Genau dieses Ist-Bild baut Conjola aus den echten Daten Ihres Systems: Feature Map und Prozesse mit realer Nutzung, Custom Code mit fachlichem Kontext. Public Cloud Fit gleicht die tatsächliche Nutzung anschließend mit dem Scope-Item-Katalog der SAP S/4HANA Cloud Public Edition ab — als Fit-Quote pro Business Area und als priorisierte Gap-Liste. Damit die Cloud-Frage eine Rechenaufgabe wird, keine Bauchentscheidung.