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Custom Code ist kein Problem — fehlendes Verständnis schon

· , Gründer von Conjola

SAP-Custom-Code ist kein Problem. Zumindest nicht grundsätzlich.

Viele Eigenentwicklungen bringen Unternehmen seit Jahrzehnten echten Mehrwert. Sie automatisieren manuelle Tätigkeiten, ergänzen fehlende Funktionen und ermöglichen Prozesse, die mit dem SAP-Standard allein nicht sinnvoll abbildbar wären. Davon profitieren Unternehmen, Kunden, Lieferanten, Anwender, Berater und Entwickler bis heute.

Warum dann der schlechte Ruf?

Die Gründe sind vielfältig. Eigenentwicklungen verursachen Wartungsaufwand — auch dann, wenn sie längst niemand mehr nutzt. Und manchmal weiß niemand mehr genau, was die Häkchen im Selection Screen eigentlich bewirken, seit der Kollege, der den Report geschrieben hat, in Rente ist.

Ungenutzte Reports, Enhancements und Modifikationen müssen trotzdem bei Security-Prüfungen, Compliance-Anforderungen und Systemupgrades berücksichtigt werden. Natürlich hat es viele Vorteile, möglichst nah am SAP-Standard zu bleiben.

Aber ein System, das näher am Standard ist, ist nicht automatisch ein besseres System.

Die nächste Generation kommt bestimmt

Greenfield- und Bluefield-Ansätze können genau der richtige Weg sein, um gewachsene Strukturen aufzubrechen und Prozesse neu auszurichten. Doch auch nach einer erfolgreichen Transformation entstehen wieder Anforderungen, die durch Eigenentwicklungen gelöst werden. Sobald das Ticketsystem geöffnet ist, kommen die nächsten Change Requests — und damit die nächste Generation Custom Code.

Für mich ist deshalb nicht entscheidend, wie viel Custom Code ein System enthält. Entscheidend ist, ob wir verstehen, welche Funktionen darin stecken, welchen fachlichen Zweck sie erfüllen und wie sie mit dem Rest des Systems zusammenhängen.

Denn der ursprüngliche Zweck einer Entwicklung geht häufig verloren, während der Code selbst weiterlebt. Das technische Was lässt sich oft noch ermitteln. Das fachliche Warum ist deutlich schwieriger zu rekonstruieren.

Code analysieren ist nicht System verstehen

Auch die Möglichkeiten, SAP-Code mithilfe von KI zu analysieren und weiterzuentwickeln, entwickeln sich rasant. Doch Code analysieren ist nicht dasselbe wie ein SAP-System verstehen. Ein KI-Agent kann Zugriff auf ein Entwicklungssystem haben und trotzdem nicht wissen, welche Funktion fachlich dahintersteckt, in welchem Prozess sie eingesetzt wird oder warum sie überhaupt existiert.

Genau deshalb brauchen wir nicht nur bessere Werkzeuge zur Codeanalyse, sondern eine verständliche Wissensbasis über das gesamte System. Aus einzelnen Entwicklungen, Prozessen und technischen Abhängigkeiten muss ein verständliches Gesamtbild werden — für Menschen und für KI.


Ein zentraler Baustein von Conjola ist die Feature Map: Sie macht erfasste Funktionen und Eigenentwicklungen sichtbar und ordnet sie in ihren fachlichen Kontext ein. Die Custom-Code-Analyse beschreibt per KI, was jede Eigenentwicklung fachlich tut, und gruppiert sie thematisch. Dieses Wissen hilft den Menschen, die SAP-Systeme betreiben, verändern und weiterentwickeln — und über den MCP-Zugang fragt es auch Ihr KI-Agent direkt ab, rein lesend und unter Ihren Regeln.